
Der amerikanische Fotograf Lee Friedlander (*1934) wurde in den 1960er Jahren vor allem durch seine innovativen und komplexen Stadtansichten bekannt. In der folgenden Dekade begann er, die hier entwickelten formalen Strategien von den urbanen auf die ruralen Räume der USA zu übertragen und an die dortigen Bedingungen anzupassen. Das Ergebnis waren Landschaftsfotografien, welche durch ihre rhizomatische Gestaltung auf eine neuartige sublime Wirkung abzielen, die sowohl auf der spatialen als auch auf der energetischen Ebene das Prinzip des Maximums mit dem des Minimums verbindet. Hierdurch unterscheidet sich Friedlander nicht nur von den früheren Vertretern der amerikanischen Landschaftsfotografie, sondern geht auch an einem entscheidenden Punkt über die philosophischen Bestimmungen des Erhabenen hinaus.