Kunstwissenschaft / Kunsttheorie

288 Seiten mit 61 farbigen und 155 schwarzweißen Abbildungen und 4 Grundrissen, 17 x 24 cm, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-422-07369-2
Preis: 48,00 € [D] (inkl. MwSt ggf. zzgl. Versandkosten)

DKV Titel sind über den De Gruyter Webshop erhältlich.

Daniela Zachmann

Wandmalerei in Wohnhäusern toskanischer Städte im 14. Jahrhundert

Zwischen elitärem Selbstverständnis und kommunalen Wertesystemen

Italienische Forschungen des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut

I Mandorli Band 21

 

Ein Großteil der Wandmalereien städtischer Wohnbauten des Spätmittelalters ist heute nicht mehr erhalten. Nur wenige Bilderzyklen sind der Zerstörung entgangen, diese wurden von der Forschung bislang aber kaum wahrgenommen. Gesellschaftlich sowie formal und inhaltlich bewegen sie sich in einer vielschichtigen Grauzone zwischen privater und öffentlicher Sphäre, zwischen standardisierter Raumausstattung und anspruchsvollem Bildprogramm.

Anhand von drei toskanischen Beispielen, der Casa Datini, dem Canto dei Pecori und dem Palazzo Galganetti, zeigt die Studie, wie der Entstehungskontext den repräsentativen Anspruch und damit die formale Gestaltung der Zyklen maßgeblich bestimmte. So wurden zur Selbstdarstellung der Auftraggeber die Motive zwar dem höfischen und sakralen Kontext entlehnt, aber in Hinblick auf kommunale Werte
angepasst. Mit diesen Analysen ermöglicht der Band einen neuen Zugang zu Strategien der Bildfindung im Trecento.

English

The majority of mural paintings in municipal residential buildings from the late Middle Ages are no longer extant today. Very few painting cycles have escaped destruction and, until now, those have seldom received the research they deserve. Socially, formally, as well as with regard to content, they move in a multilayered gray area between a private and public sphere, between standardized interior design and a sophisticated iconographic program. 

Using three Tuscan examples – the Casa Datini, the Canto dei Pecori and the Palazzo Galganetti – the study shows how the original context of the claims to prestigious representation, and therefore the formal design, substantially determined the painting cycles. The motifs became a selfrepresentation of the patrons, borrowed from the courtly and sacred context, but adapted to conform to communal values. With these analyses this volume provides new access to the strategies and pictorial solutions that evolved during the Trecento.