Kunstwissenschaft / Kunsttheorie

 408 Seiten mit 32 farbigen und 84 schwarzweißen Abbildungen, 24 x 17 cm, Hardcover
ISBN: 978-3-422-07287-9
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Marcel Finke

Prekäre Oberflächen

Zur Materialität des Bildes und des Körpers am Beispiel der künstlerischen Praxis Francis Bacons

Kunstwissenschaftliche Studien Band 185

Neue Perspektive auf das künstlerische Schaffen Francis Bacons und erstmalige Rekonstruktion der Arbeitsweise des Künstlers.

Francis Bacon (1909–1992) gilt zu Recht als einer der wichtigsten figurativen Maler des 20. Jahrhunderts. Seinem OEuvre werden weltweit Einzelausstellungen gewidmet, auf dem Kunstmarkt erzielen seine Arbeiten Höchstpreise und die Fachliteratur wächst unaufhörlich. Gleichwohl stagniert die kritische kunsthistorische Auseinandersetzung mit Bacon. Es dominiert ein Deutungsschema, das ihn unzulässig auf die Rolle des Malers der Gewalt und des brutalisierten Körpers reduziert. Dieser ›gewaltsamen Lesart‹ widerspricht die vorliegende Untersuchung mit Nachdruck. Vorgeschlagen wird dagegen eine ›produktive Lesart‹, die der Komplexität von Bacons ästhetischer Praxis gebührend Rechnung trägt. Dadurch zeigt sich erstmals, mit welcher Beharrlichkeit er dem Verhältnis von Bild, Körper und Materialität nachging. Bacons künstlerisches Schaffen kann deshalb als Fallbeispiel für ein Nachdenken über die Materialität des Bildes dienen. Der Dialog zwischen Bacons Praxis und der Bildtheorie macht deutlich, dass Körper und Bilder in bestimmter Hinsicht vor allem eines sind: prekäre Oberflächen.

English

Francis Bacon (1909–1992) is rightly considered one of the most important figurative painters of the 20th century. International solo exhibitions are dedicated to his oeuvre, his work obtains the highest prices on the art market, and specialist literature about him continues to grow. Nevertheless, critical, art historical analyses concerned with Bacon have begun to stagnate. A scheme of interpretation dominates, which erroneously reduces him to the role of a painter of violence and of the brutalized human body. The present examination emphatically contradicts this "violent reading." In contrast, it proposes a "productive reading," which takes the complexity of Bacon's aesthetic practice duly into account.