Kunstwissenschaft / Kunsttheorie

344 Seiten mit 13 farbigen und 93 schwarzweißen Abbildungen, 19,5 x 26 cm, Hardcover
ISBN: 978-3-422-07355-5
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Ingeborg Becker (Hrsg.), Stephanie Marchal (Hrsg.)

Julius Meier-Graefe

Grenzgänger der Künste

Hrsg. von Ingeborg Becker und Stephanie Marchal unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Andreas Degner

Ausstellung im Literaturhaus Berlin, 10719 Berlin-Charlottenburg, Fasanenstr. 23, vom 10. Juni - 16 Juli 2017

Zeitgenossen rühmten die überaus erfolgreichen Bücher des Kunstschriftstellers und Kritikers Julius Meier-Graefe (1867–1935) als »neue Schule des Sehens«. In seinen Schriften konzentrierte er sich auf die moderne Malerei, sensibilisierte durch seine ästhetische Neubewertung und literarische Verve das deutsche Publikum für die französische Kunst des 19. Jahrhunderts und prägte maßgeblich den Kanon der heutigen Kunstgeschichte. Meier-Graefe wurde durch seine außerordentliche schriftstellerische Produktivität und sein kulturpolitisches Engagement zu einer zentralen Figur für den europäischen Kulturtransfer im frühen 20. Jahrhundert. Freundschaften mit Künstlern wie Munch, van de Velde oder Beckmann, die rege Zusammenarbeit mit Sammlern, Kunsthändlern und Museumsleitern sowie sein unermüdlicher Einsatz für den Jugendstil, Impressionismus und Neoimpressionismus machten Meier-Graefe zu einem einzigartigen Vermittler der Moderne. Als Kosmopolit war seine Perspektive auf die Kunst unbedingt international.

Die im vorliegenden Band versammelten Beiträge legen die zahlreichen Facetten von Meier-Graefes Denkweise, Schaffen und Wirken frei. Die Autoren, darunter Kunsthistoriker, Medien- und Literaturwissenschaftler, Museumsfachleute, Künstler wie Kritiker, zeichnen seine kunstschriftstellerischen Konturen nach, setzen ihn ideengeschichtlich in den Kontext seiner Zeit und fragen nach der Bedeutung dieser spezifischen Kritikpraxis auch für die Gegenwart.

 

English

Contemporaries praised the extremely successful books of the art writer and critic Julius Meier-Graefe (1867–1935) as a “new school of seeing.” In his writings, he concentrated on modern painting, enshrined artists of the 19th century through his aesthetic reevaluations that saved them from obscurity, and substantially shaped the canon of art history in place today.

Meier-Graefe became a central figure for a European cultural transfer in the early 20th century through his extraordinary literary productivity and his cultural and political authority. Friendships with artists such as Munch, van de Velde and Beckmann, an active collaboration with collectors, art dealers and museum directors, as well as his untiring efforts for Impressionism made Meier-Graefe a unique mediator of  Modernism.