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Neuerscheinungen

Empfehlungen

Rudolf von Alt — Genial, lebhaft, natürlich und wahr  —  Der Münchner Bestand und seine Provenienz
Prekäre Oberflächen
Der Central Collecting Point in München

Andreas Strobl (Hg.)

Marcel Finke

Iris Lauterbach

Rudolf von Alt — Genial, lebhaft, natürlich und wahr — Der Münchner Bestand und seine Provenienz

Rudolf von Alt (1812–1905) ist einer der bekanntesten österreichischen Künstler des 19. Jahrhunderts. Der Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung München, der bedeutendste außerhalb Österreichs, wurde bislang nicht umfassend präsentiert. Neben außergewöhnlich detaillierten Aquarellen aus allen Schaffensphasen bietet er zahlreiche Skizzen, die einen unmittelbaren Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers ermöglichen.
Ein großer Teil dieser Werke stammt aus dem Eigentum der Tochter des Künstlers. Weitere wichtige Aquarelle befanden sich in Wiener Privatbesitz, darunter auch später beschlagnahmte jüdische Sammlungen. Ein von der Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin gefördertes Projekt untersuchte die Herkunft der 617 Zeichnungen und Aquarelle, die 1959 »aus ehemaligem NS-Besitz« an die Graphische Sammlung überwiesen worden waren. Der Katalog dokumentiert den Bestand und die Ergebnisse der Provenienzforschung.

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Prekäre Oberflächen

Francis Bacon (1909–1992) gilt zu Recht als einer der wichtigsten figurativen
Maler des 20. Jahrhunderts. Seinem OEuvre werden weltweit Einzelausstellungen gewidmet, auf dem Kunstmarkt erzielen seine Arbeiten
Höchstpreise und die Fachliteratur wächst unaufhörlich. Gleichwohl stagniert
die kritische kunsthistorische Auseinandersetzung mit Bacon. Es dominiert ein Deutungsschema, das ihn unzulässig auf die Rolle des Malers der Gewalt und des brutalisierten Körpers reduziert. Dieser ›gewaltsamen Lesart‹ widerspricht die vorliegende Untersuchung mit Nachdruck. Vorgeschlagen wird dagegen eine ›produktive Lesart‹, die der Komplexität von Bacons ästhetischer Praxis gebührend Rechnung trägt. Dadurch zeigt sich erstmals, mit welcher Beharrlichkeit er dem Verhältnis von Bild, Körper und Materialität nachging. Bacons künstlerisches Schaffen kann deshalb als Fallbeispiel für ein Nachdenken über die Materialität des Bildes dienen. Der Dialog zwischen [...]

Der Central Collecting Point in München

Der größte Teil der aus vielen Ländern Europas stammenden nationalsozialistischen Raubkunst befand sich bei Kriegsende 1945 in Depots in
der amerikanischen Besatzungszone. Die Sicherstellung und Rückführung dieser Kunstwerke sowie ausgelagerter deutscher Museumsbestände lag in Händen der »Monuments, Fine Arts & Archives Section« der amerikanischen Militärregierung. Das reich bebilderte Buch behandelt die Geschichte der größten amerikanischen Kunstsammelstelle, des in den ehemaligen NSDAP-Gebäuden am Königsplatz in München eingerichteten Central Collecting Point. Ausländische Raubkunst wurde hauptsächlich von hier aus restituiert. Im Mittelpunkt stehen Standort, Einrichtung, Mitarbeiter und Arbeit der Institution in den Jahren 1945 bis 1949. Einzelne Restitutionsvorgänge werden exemplarisch untersucht. Die Geschichte des aus dem Collecting Point hervorgegangenen Zentralinstituts für Kunstgeschichte und die Ausstellungspolitik des Amerika-Hauses werden im Rahmen der »Re-Education« und [...]