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536 Seiten mit 600 farbigen und 97 schwarzweißen Abbildungen, 23 x 30,5 cm, Gebunden

ISBN: 978-3-422-07332-6
Preis: ca. 128,00 € [D] (inkl. MwSt ggf. zzgl. Versandkosten)

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Jiří Fajt

Nürnberg als Kunstzentrum des Heiligen Römischen Reiches

Höfische und städtische Malerei in der Zeit Karls IV. 1346-1378

'Vornehmste Stadt des Reichs' nannte Kaiser Karl IV. Nürnberg im Jahre 1366. Da hatte er die freie Reichsstadt längst zu seiner zweiten Residenz nach Prag, der Hauptstadt Böhmens, erkoren. Es war ihm gelungen, die städtischen Eliten in seine Pläne einzubinden und sich ihren wirtschaftlichen Ehrgeiz zunutze zu machen. Angehörige der großen Nürnberger Familien besaßen Dependancen in Prag oder hatten geistliche Pfründe und Hofämter inne. In dieses Gewebe aus Beziehungen stößt Jirí Fajt vor, um den kaiserlichen Einfluss auf das Nürnberger Kunstschaffen zu ergründen. Denn Karl IV. beschäftigte hier mit Sebald Weinschröter einen Hofmaler, dessen Werkstatt auch die Nachfrage jener Familien bediente, die sich als kaisernah verstanden und diese Verbundenheit mit den Mitteln künstlerischer Repräsentation auszudrücken suchten. Indirekt spiegeln sich die weitgespannten Handelskontakte der Nürnberger im maßgeblichen Kunststil der Stadt wider, der italienische und franko-flämische Einflüsse offenbart. Nach Lektüre dieser Studie kann Nürnberg unter Karl IV. nicht länger als böhmische Kunstprovinz gelten.

 

 

English

Charles IV, the Holy Roman Emperor, called Nuremberg “the most distinguished city in the empire” in 1366. He had chosen the free imperial city as his second place of residence after Prague, the capital of Bohemia. Charles IV succeeded in integrating the municipal elite into his plans and he made use of their economic ambitions. Members of large Nuremberg families owned subsidiary businesses in Prague or held sinecures or court offices.


Jiří Fajt ventures into this web of relationships in order to investigate the effects of imperial influence on the creation of art in Nuremberg. In Sebald Weinschröter, Charles IV employed a court painter, whose workshop also served the needs of those families who saw themselves as being close to the emperor, and who sought to express this attachment by means of artistic representation. The wide-ranging commercial contacts of the Nuremberger are indirectly reflected in the city’s authoritative art style, which reveals Italian and Franco-Flemish influences. Nuremberg under the reign of Charles IV will no longer be viewed as a Bohemian art province after reading this study.