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ca. 272 Seiten mit 265 meist farbigen Abbildungen, 21 × 28 cm, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-422-07440-8
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Angelika Klüpfel

Mario Sironi (1885–1961)

Landschaft als Experiment

Kunstwissenschaftliche Studien Band 196

Erscheint 2017

Mario Sironi gehörte in seinen Anfängen zum inneren Kreis der Futuristen. Nach dem Ersten Weltkrieg erlangte er als Maler der Industrieviertel in der Mailänder Peripherie und klassisch heroischer Figuren Bekanntheit. Berühmt wurde er letztlich durch seine Wandmalerei für das faschistische Italien. Dass der Futurismus sein gesamtes Werk beeinflusste, wird in dieser Abhandlung zum ersten Mal dargestellt.

Das Thema der Landschaft, weitab vom Politischen, befreite Sironi zu Bilderfindungen geistiger Landschaften, den paesaggi dello spirito. Er löste sich kaum ganz vom Gegenstand, dennoch sind die Bilder jenseits der classicità von überraschender Abstraktion und vieldeutigem Raum. Seine Landschaftsscherben und die composizioni der Nachkriegszeit sind singulär. Sironi führt alle seine Motive in Schichtung und Streuung neu zusammen, bis sie in großer Dichte nahezu unkenntlich werden. Nicht nur die Abkehr von der Zentralperspektive erweist sich als Rückgriff auf den Futurismus: Der gekappte Baum ist Ausdruck für Zeit als durée im Sinne Henri Bergsons. Wie das Buch zeigt, war Sironi bis in seine letzten Jahre voll Energie und Mut zu neuen Entwicklungen – als Einziger unter den Zeitgenossen.

English

Mario Sironi initially belonged to the inner circle of Futurists. After World War I he attained fame as a painter of the industry quarters located on Milan’s periphery and of classic heroic figures. Ultimately, he became famous for his mural paintings for Fascist Italy. The fact that Futurism influenced his entire work is portrayed for the first time in this scholarly study.