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ca. 320 Seiten mit 300 farbigen Abbildungen, 24 × 28 cm, Klappenbroschur

ISBN: 978-3-422-07483-5
Preis: ca. 34,90 € [D] (inkl. MwSt ggf. zzgl. Versandkosten)

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Anna-Carola Krausse

Andere Horizonte

Ostdeutsche Nachkriegsmoderne im Schatten des Sozialistischen Realismus

Mit Werken u. a. von:

Achim Freyer (*1934)
Dieter Goltzsche (*1934)
Edmund Kesting (1892–1970)
Wilhelm Lachnit (1900–1972)
Harald Metzkes (*1929)
Hanfried Schulz (1922–2005)
Hans Vent (*1934)
Horst Zickelbein (*1926)

Die reich illustrierte Monographie widmet sich erstmals umfänglich künstlerischen Positionen in der DDR der fünfziger und sechziger Jahre, die im heutigen Kanon und öffentlichen Bewusstsein kaum mehr präsent sind. Im Zentrum stehen Künstler, die wiederholt dem Vorwurf des »Formalismus« ausgesetzt waren. Die Darstellung dieser frühen Kunstopposition (die nicht zwangsläufig mit einer politischen einherging) führt eindringlich vor Augen, wie ziel- und selbst-sicher die Maler und Graphiker an der Autonomie der Kunst festhielten, als die Machthaber der kulturstalinistischen Ulbricht-Ära nach einem staatskonformen Sozialistischen Realismus verlangten. Künstler wie Achim Freyer, Dieter Goltzsche, Hanfried Schulz oder Horst Zickelbein suchten den Anschluss sowohl an die Klassische als auch zeitgenössische internationale Moderne und trugen durch ihr beharrliches Austesten und mutiges Überschreiten gesteckter Grenzen sukzessive zu einer Weitung des künstlerischen Korsetts bei.

Die Untersuchung repräsentativer Bilder sowie die Vorstellung beispielhafter Werkgenesen von annähernd 30 Künstlern ermöglichen einen differenzierten Blick auf das Schaffen in der DDR, bei dem weniger die Kunstpolitik als vielmehr das Kunstwerk selbst Gegenstand der Befragung und Bewertung ist.

English

This richly illustrated monograph is the first extensive study dedicated to artistic positions in the GDR during the 1950s and 1960s that have been marginalized or barely exist in the contemporary canon or in public consciousness. It focuses on artists who were repeatedly reproached for adhering to “formalism.” The portrayal of this early art opposition (which did not necessary accompany a political agenda) vividly demonstrates how purposefully and confidently painters and graphic artists adhered to the autonomy of art, as those in power during the Stalinist cultural politics of the Ulbricht era demanded from them conformity with state-approved Socialist Realism. Artists – including Achim Freyer, Dieter Goltzsche, Hanfried Schulz and Horst Zickelbein – were searching for a connection,both in classical Modern Art as well as in contemporary international Modernism, and they successively contributed to a loosening of the artistic corset through their boldness and by persistently pushing boundaries.

The examination of representative images and discussion of the genesis of exemplary art works provides a differentiated view of art production in the GDR. This study is less concerned with art politics, but instead allows the works themselves to become the subject of questioning and assessment.