Neuerscheinungen

224 Seiten mit 33 farbigen und 80 schwarzweißen Abbildungen, 17 × 24 cm, Klappenbroschur

ISBN: 978-3-422-07455-2
Preis: 48,00 € [D] (inkl. MwSt ggf. zzgl. Versandkosten)

DKV Titel sind über den De Gruyter Webshop erhältlich.

Vera Fionie Koppenleitner

Katastrophenbilder

Der Vesuvausbruch 1631 in den Bildkünsten der Frühen Neuzeit

Italienische Forschungen des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut

I Mandorli Band 22

Der Vesuvausbruch im Jahre 1631 war die heftigste Eruption des Vulkans seit dem Untergang des antiken Pompeji. Naturphilosophen und Literaten aus ganz Europa richteten ihre Aufmerksamkeit auf die spektakuläre Naturkatastrophe, die als Geburtsstunde der modernen Vulkanologie gilt. Künstler schufen bemerkenswert vielfältige und innovative Bilder, die nachhaltig die Darstellung von Katastrophen prägten. Vorliegende Studie erschließt das umfangreiche Bildmaterial zum Vesuvausbruch, zeichnet ikonographische Traditionen nach und verortet die Werke in ihren sozialen, politischen und religiösen Kontexten. Zudem werden Parallelen zu einem gelehrten Katastrophendiskurs gezogen, der zeitgleich einsetzte. Es zeigt sich, dass Katastrophen zunehmend profanisiert und fern heilsgeschichtlicher Bedeutungen geschildert wurden. Diese veränderte Katastrophenikonographie zeugt auch von einem sich wandelnden Geschichtsbild – all dies lange vor dem Erdbeben von Lissabon 1755.

English

The study at hand explores the extensive pictorial material on the eruption of Mount Vesuvius, retracing the iconographic traditions and situating the works in their social, political and religious contexts. In addition, parallels are drawn to a scholarly discourse on catastrophes that began at the same time. It is shown that catastrophes had become increasingly profane and had been described in terms far removed from their meanings for the history of salvation. This altered iconography of catastrophes also attests to a changing view of history – and one that took place long before the earthquake in Lisbon in 1755.