Kunstwissenschaft / Kunsttheorie

304 Seiten mit 8 farbigen und 66 schwarzweißen Abbildungen, 17 x 24 cm, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-422-07292-3
Preis: 48,00 € [D] (inkl. MwSt ggf. zzgl. Versandkosten)

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Andreas Beyer (Hrsg.), Laurent Le Bon (Hrsg.)

Silence. Schweigen

Über die stumme Praxis der Kunst

Passagen / Passages Band 47

Text: Deutsch/Englisch/Französisch

Die klassischen Gattungen der bildenden Kunst zeichnen sich dadurch aus, keiner Klänge, keiner Stimme zu bedürfen. Doch gerade diese nonverbale Qualität lässt Kunstwerke zur Herausforderung für die an Sprache und Schrift gebundene Kunstgeschichte werden. Die Bezeichnung »stumme Poesie« für Malerei oder Baukunst ist ein eloquenter Indikator für die kommunikative Wirkung von Ausdrucksformen, die an Sprache bemessen werden, aber in ihrem schweigenden Gestus nach eigenen Kategorien zu beurteilen sind. Der Topos von der eigentlichen Unbeschreibbarkeit der Kunst bezieht sich auf Aspekte wie Aura und Stimmung, öffnet das weite Feld der Bildrhetorik und führt bis zur Praxis der musealen Hängung von Gemälden.

English

Classic genres of the fine arts are characterized by not requiring any sounds or
voice. However, this nonverbal quality allows works of art to become a challenge for art history, which is bound to language and writing. The expression "silent poetry" used for painting or architecture is an eloquent indicator for the communicative effect of forms of expression, which are measured by language, but whose silent gestures nevertheless have to be judged using their own categories. The topos of the underlying non-describability of art refers to aspects like aura and atmosphere, opening the wide field of pictorial rhetoric, and leading up to the museum practices used to hang paintings.