Kunstwissenschaft / Kunsttheorie

386 Seiten mit 245 schwarzweißen Abbildungen; 21 x 28 cm, Leinen mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-422-06530-7
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Elisabeth Oy-Marra , Max Seidel (Hrsg.), Gerhard Wolf (Hrsg.)

Profane Repräsentationskunst von Clemens VIII. Aldobrandini bis Alexander VII. Chigi

Studien zur Funktion und Semantik römischer Deckenfresken im höfischen Kontext

Italienische Forschungen des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut

Vierte Folge, Band V

Herausgegeben von Max Seidel und Gerhard Wolf

Erstmals werden die großen Deckenfresken Roms im profanen Kontext der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts in vergleichender Perspektive auf kollektive Muster hin analysiert. Die Autorin berücksichtigt vor allem zeitgenössische Interpretationen, die sie zur Arbeit der Maler in ein spannungsreiches Verhältnis setzt.

Die Studie untersucht erstmals die großen profanen Freskenzyklen in den Villen und Palästen Roms von Clemens VIII. (1592–1605) bis Alexander VII. (1655–1667) in vergleichender Perspektive. Im Vordergrund steht die Analyse der einzelnen Bildprogramme im Hinblick auf die hierin zum Ausdruck kommenden kollektiven Muster ihrer Auftraggeber, den Kardinalnepoten. Dabei knüpft die Verfasserin an die Ergebnisse der historischen Elitenforschung Roms an. Die Untersuchung kann zeigen, dass die Fresken zu Beginn des 17. Jahrhunderts das Amt des Nepoten als rechte Hand des Papstes verklärend zum Ausdruck brachten, später dann als Medium einer politischen Apologetik der Päpste selbst genutzt wurden. Es werden darüber hinaus auch diejenigen Fresken berücksichtigt, deren Auftraggeber nicht aus dem engsten familiären Kreis der Kurie stammten. So konnten erstmals sowohl klienteläre Abhängigkeitsverhältnisse bis in die Bildprogramme hinein verfolgt als auch eigene ikonographische Muster aufsteigender Familien herausgearbeitet werden. Die Autorin schenkt dabei den visuellen Mustern besondere Aufmerksamkeit und arbeitet die Strategien und bildtheoretischen Grundlagen für die immer stärker auf Vereinnahmung des Betrachters zielenden Fresken heraus.