Fotografie

80 Seiten mit 65 farbigen und 15 schwarzweißen Abbildungen, 17 x 24 cm, Broschur

ISBN: 978-3-422-07399-9
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Michalis Valaouris

»Das Feld hat Augen …«

Bilder des überwachenden Blicks

Hrsg. von der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin

Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Museum für Fotografie in Berlin vom 17. Februar bis 2. Juli 2017

»Das Feld hat Augen, der Wald hat Ohren« – so lautet der Titel eines anonymen Holzschnitts aus dem Jahr 1546. Aus der fernen Vergangenheit sendet dieses Bild die warnende Botschaft: »Vorsicht! Ihr werdet gesehen, gehört!« Und es behält bis heute recht, denn Überwachung ist ein hochaktuelles Thema.

Vor dem nunmehr allgegenwärtigen Auge der Kamera waren es andere Augen, die Menschen kontrollierten. In der Epoche der Aufklärung wurden Staat und Gesetz durch ein allsehendes Auge symbolisiert, das für den klaren Blick der Vernunft stand. Ikonographischer Ausgangspunkt solch säkularer Motive ist das religiöse Symbol vom Auge Gottes, das die Gedanken und Taten eines Gläubigen erfasst und dabei eine machtvolle Wirkung entfaltet. Sei es das Auge Gottes, der Blick des Staates oder das Objektiv des technischen Apparats – die Konstante dieser Genealogie bildet der psychologische Druck einer höheren, unsichtbaren Instanz, die letztlich unüberprüfbar bleibt. Einen Bogen von der frühen Druckgraphik hin zu Überwachungsfotografien der Jahre 1960 bis 1980 schlagend, erkundet der Katalog die Bildgeschichte des überwachenden Blicks anhand von 75 Werken.

English

“Das Feld hat Augen, der Wald hat Ohren” (The Field Has Eyes, the Woods Have Ears) – reads the title of an anonymous German woodcut from 1546. The message accompanying this image is a warning from the distant past: “Be careful! You are watched and listened to!” And this advisory is proven topical even now, because surveillance is a highly newsworthy subject.
There were other eyes that controlled people before the omnipresent eye of the camera took over. In the era of the Enlightenment the state and its laws were symbolized by an all-seeing eye, which stood for the clear view of reason. An iconographic starting point for such secular motifs is the religious symbol of the eye of God, which could register the thoughts and actions of a believer, and consequently made a powerful impact. Whether the eye of God, the view of state, or the lens of the technical apparatus – the psychological pressure from a higher, invisible authority, which ultimately cannot be verified, forms the constant factor underlying this genealogy. The catalogue uses 75 works to explore the pictorial history of surveillance, drawing on connections that span from early prints to surveillance photographs dating from 1960–80.