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248 Seiten mit 92 farbigen und 72 schwarzweißen Abbildungen 23 x 28 cm, Hardcover

ISBN: 978-3-422-07454-5
Preis: 29,90 € [D] (inkl. MwSt ggf. zzgl. Versandkosten)

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Anna-Carola Krausse

Lotte Laserstein

Meine einzige Wirklichkeit

Anlässlich ihres 120. Geburtstages erscheint die Neuauflage der inzwischen als Standardwerk geltenden Monographie

 

Spricht man von der »verschollenen Generation«, zählt hierzu auch Lotte Laserstein (1898–1993). Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten musste sie Deutschland verlassen, die Vertreibung ging mit ihrem nachhaltigen Vergessen einher. Dabei begann Lasersteins künstlerische Laufbahn vielversprechend: 1927 beendete sie als eine der ersten Frauen das Studium an der Berliner Akademie mit Auszeichnung und machte sich in der Kunstmetropole rasch einen Namen. Ihre Arbeiten stehen der Neuen Sachlichkeit nahe, doch fehlt ihnen die unterkühlte, sezierende Glätte. Stattdessen bedingen ihr selbstbewusster Blick auf die Neue Frau, ihre handwerkliche Virtuosität, ihr Spiel mit traditionellen und modernen Bildformeln sowie die Synthese aus Sachlichkeit, Sensibilität, Monumentalität und Intimität die bestechende Zeitgenossenschaft und überzeitliche Aktualität der Bilder.

Zuletzt wurden Lasersteins Werke wiederholt in Ausstellungen gezeigt; durch Ankäufe renommierter Museen ist die Malerin sukzessive in den kunsthistorischen Kanon zurückgekehrt. Kenntnisreich analysiert die Autorin das beeindruckende OEuvre und entwirft einfühlsam ein bewegendes Lebensbild Lasersteins.

English

If we refer to a “lost generation,” Lotte Laserstein (1898–1993) is certainly part of one. She had to leave Germany after the National Socialists came to power, and her displacement was followed by long-lasting obscurity.

The start of Laserstein’s artistic career had been promising: In 1927 she completed her studies with distinction, as one of the first women to attend the Berlin Academy of Arts, and she quickly made a name for herself in the art metropolis. Her works show affinities to the New Objectivity movement, but they lack the extremely cool, dissecting smoothness of that style. Laserstein’s self-confident view of the New Woman, her technical virtuosity, the way she played with traditional and modern image formulas, as well as her synthesis of objectivity and sensibility, monumentality and intimacy lend her paintings a captivating contemporaneity and timeless topicality.