Verlagsgeschichte Deutscher Kunstverlag Berlin München
Der Deutsche Kunstverlag gehört zu den ältesten und bedeutendsten Kunstverlagen. Mit seinem besonderen Profil als Kunstbuch- und Wissenschaftsverlag umfasst das Verlagsprogramm heute nahezu alle Bereiche der Kunst, Architektur, Denkmalpflege und Fotografie, des Designs und Kunsthandwerks. Vom Kunstführer über große wissenschaftliche Reihen und Monographien, Museumsführer und Ausstellungskataloge, Zeitschriften und Jahrbücher bietet unser Verlagsprogramm ein breites Angebot für alle Kunst- und Kulturinteressierten.
Einem reichen Fundus an fotografischem Material hat der Deutsche Kunstverlag seinen Ursprung zu verdanken. Auf Anregung des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung wurde der Verlag am 4. Juli 1921 in Berlin gegründet.
Gesellschafter waren die Verlage Insel, E.A. Seemann, die Deutsche Verlagsanstalt, Julius Hofmann, G. Grote, Julius Bard und Walter de Gruyter sowie das Bankhaus Delbrück, Schickler & Co Berlin. Der Verlagssitz war bis 1933 in der Wilhelmstraße 69 im Haus des Kultusministeriums. Der Verlag hatte den Auftrag, die reichen Bestände der ehemaligen Königlich Preußischen Messbildanstalt zu verwalten und begann sogleich mit der Vermarktung dieses wertvollen und umfangreichen Bildmaterials. Die Kunsttopographie auf der Grundlage fotografischer Aufnahmen bestimmte in den ersten Jahrzehnten den Charakter des Verlags und seines Programms.
Wissenschaftliche Reihen wie die »Kunstwissenschaftlichen Studien« oder das Schinkel Lebenswerk sowie das »Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler« von Georg Dehio erscheinen seit den 1920er Jahren und werden bis heute fortgeführt.
Der Verlag verlegte nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Sitz nach München, wobei die Beziehungen zu Berlin immer eng blieben. Der Deutsche Kunstverlag war bis zu seinem Verkauf an den Hirmer Verlag 1991 in Familienbesitz. Bis 2003 arbeiteten beide Verlage mit weiteren Kunstbuchverlagen unter dem Dach der WELTKUNST Verlag GmbH – einer Springer Tochter. Die Springer AG trennte sich 2003 von ihren Buchverlagen und verkaufte die Weltkunst Gruppe an einen Finanzinvestor. Der Deutsche Kunstverlag konnte sein Profil und sein Programm erhalten. Die zur Gruppe der Kunstbuchverlage mit Sitz in Berlin und München gehörenden Verlage und die Weltkunst kamen nach und nach in neue Eigentumsverhältnisse.
2007 erwirbt Gabriele Miller den Deutschen Kunstverlag, der seitdem wieder ein Familienunternehmen ist. Ihrem unternehmerischen Engagement verdankt der Verlag heute seine starke Positionierung in den angestammten Programmbereichen, die weiter ausgebaut werden. 2007 tritt Elisabeth Roosens in die Geschäftsführung ein. Die Verlagssitze in Berlin und München werden mit ihrem Mitarbeiterstab weitergeführt, der Hauptsitz wird 2009 nach Berlin verlegt.
Heute gibt der Deutsche Kunstverlag ca. 80 Neuerscheinungen im Jahr heraus. Die Backlist umfasst mehr als 500 lieferbare Titel. Einen Schwerpunkt bilden die wissenschaftlichen Reihen und Monographien, die Jahrbücher und die Zeitschriften, darunter die weltweit renommierte »Zeitschrift für Kunstgeschichte«. Die zweite wichtige Säule bilden die Ausstellungskataloge, die Museumsführer-Reihen, die Meisterwerke-Bände und das umfangreiche Programm der Kleinen und Großen Kunstführer.
Informative Bildbände und Sachbücher zu Kunst- und Kulturlandschaften oder zu herausragende Bauten ergänzen das Programm. Mit unseren Partnern in der Wissenschaft, in den Museen und Stiftungen aber auch mit fachkundigen Herausgebern entwickeln wir Konzepte und Bücher, die wir auf höchstem inhaltlichen und gestalterischen Niveau realisieren. Unser Programm wird über den deutschen und internationalen Buchhandel vertrieben.
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Gesamtverzeichnis 2009/2010 |
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