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288 Seiten mit 15 Farbtafeln und 68 schwarzweißen Abbildungen, ISBN: 978-3-422-06855-1 48,00 € [D] | 49,40 € [A] | 81,00 SFR [CH] |
Andrea Meyer
Deutschland und Millet
Passagen – Passages
Band 26
Herausgegeben von Andreas Beyer; begründet von Thomas W. Gaehtgens
Deutsches Forum für Kunstgeschichte - Centre allemand d’Histoire de l’Art,
Sofort lieferbar. Erschienen September 2009
The first publication analysing the reception of Jean- François Millet in Germany from the mid 19th century to the era of National Socialism within a cultural, political and historical context. The author studies the ideological reception processes which stylised Millet to a “Germanic” painter.
Mit Darstellungen arbeitender Bauern prägte Jean-François Millet die Entwicklung der Malerei im 19. Jahrhundert. Die Studie widmet sich der Rezeption des Künstlers und führt vor Augen, dass seine postume Karriere in Deutschland überwiegend in Zerrbildern gründete, die Ergebnis der ideologisch aufgeladenen Debatten um Kunst und Kultur waren.
Das Buch analysiert erstmals die Rezeption des Werkes Jean-François Millets (1814–1875) in Deutschland von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis hin zur Ära des Nationalsozialimus in Abhängigkeit von den jeweiligen kulturellen, politischen und historischen Rahmenbedingungen. Dabei rücken nicht nur die Kunstliteratur, sondern auch die Sammlungsaktivitäten sowie der Konsum von Massenreproduktionen als maßgebliche Elemente des Transfers ins Blickfeld. Es wird deutlich, dass Millets Popularität in Deutschland nur zum Teil mit der zunehmenden Akzeptanz von Realismus und Impressionismus zu erklären ist. Vor allem die Germanenideologie und Agrarromantik trugen um 1900 dazu bei, den Franzosen zum »germanischen« Bauernmaler zu stilisieren, womit sich ein spezifisch deutscher Künstlermythos entwickelte. »Deutschland und Millet« richtet das Augenmerk auf diese ideologisch gefärbten Rezeptionsvorgänge, die den Realisten zu einer Projektions- und Identifikationsfigur ersten Ranges avancieren ließen.
Andrea Meyer: Vita »
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Kunstgeschichte der TU Berlin. Sie hat Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Nordamerikastudien in Bochum, Berlin und New York studiert; 1996–1998 Mitarbeit am Forschungsprojekt »Bürgerlichkeit, Wertewandel, Mäzenatentum«, Berlin; 1999-2001 Mitarbeit am Forschungsprojekt »Deutsch-französische Kunstvermittlung zwischen 1870 und 1940«, Berlin
Paris. Forschungsschwerpunkte: Deutsch-französischer Kunsttransfer; Sammlungsgeschichte der Moderne; Bildkünste des 19. und 20. Jahrhunderts.