Ausstellungskataloge

280 Seiten mit 211 farbigen Abbildungen,24 x 28 cm, Hardcover
ISBN: 978-3-422-07376-0
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Anna Marie Pfäfflin (Hrsg.), Hein-Th. Schulze Altcappenberg (Hrsg.)

Romantik und Moderne

Zeichnung als Kunstform von Caspar David Friedrich bis Vincent van Gogh

Katalog zur Ausstellung am Berliner Kulturforum vom 24. September 2016 bis 15. Januar 2017

Für das Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, hrsg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Anna Marie Pfäfflin

Mit Beiträgen von Hein-Th. Schulze Altcappenberg, Jonas Beyer, Werner Busch, Johannes Grave, Anna Marie Pfäfflin, Joachim Rees, Michael Thimann und Reinhard Wegner

Das »lange« 19. Jahrhundert ist eine Zeit der romantischen Verzauberung, aber auch der Beschleunigung, der Nationenbildung sowie der Industrialisierung. Es ist eine Zeit der Verwissenschaftlichung von Geschichte, Kunst und Natur wie der Etablierung einer bürgerlichen Öffentlichkeit. In dieser Zeit ändert sich alles: die Themen der Kunst, die Verfahren der Bilderzeugung, die ästhetischen Kategorien und das künstlerische Selbstverständnis. Früher und deutlicher als in anderen Kunstformen wird dieser Wandel am Medium der Zeichnung sichtbar. Sie veranschaulicht kreative Prozesse unmittelbar, reflektiert soziale Wirklichkeit, spielt mit dem Fragment und dem Atmosphärischen.

Die Auswahl an 125 Originalwerken aus dem Berliner Kupferstichkabinett offenbart wesentliche Aspekte des Aufbruchs der klassischen Kunsttradition hin zur Moderne. Über die Mittel des Vergleichs und des Kontrasts werden gleichermaßen berühmte Ikonen wie noch nie gezeigte Meisterwerke des 19. Jahrhunderts in einen Dialog gesetzt: Pinselzeichnungen von Caspar David Friedrich, Carl Blechen oder Julius Schnorr von Carolsfeld treffen auf Strichzeichnungen von Friedrich Overbeck, Ferdinand Olivier, Karl Friedrich Schinkel und Wilhelm Leibl. Adolph Menzels hochvirtuose Gemälde auf Papier kontrastieren mit seinen monochrom verwischten Studienköpfen der späten Jahre unter völliger Auflösung der Linie. Und schließlich zeigen der spektakuläre Weltreisezyklus Eduard Hildebrandts und herausragende Arbeiten von Vincent van Gogh, Odilon Redon sowie Paul Signac internationale Aspekte der Zeichnung und ihre Entwicklung zur autonomen Kunstform.

English

The “long” 19th century was both a period of Romantic enchantments as well as one of acceleration, forging the German nation and industrialization. It was an era of the scientification of history, art and nature, as well as the establishment of a middle-class public. Everything changed during this period: subjects of art, the process of creating paintings and other images, aesthetic categories and the artistic self-image. This change becomes more quickly and clearly apparent in the medium of drawing than in any other art form. Drawing illustrates the creative processes directly, reflects social realities, and plays with the notions of fragmentation and atmosphere. 

The selection of approximately 130 original works from the Kupferstichkabinett in Berlin reveals essential aspects of the break with the classical art tradition that led to Modernism. Brush drawings by C. D. Friedrich, Blechen or Schnorr von Carolsfeld are juxtaposed with line drawings by Overbeck, Olivier, Schinkel and Leibl. Menzel’s highly virtuoso paintings on paper contrast with the monochrome, blurred head studies of his later years, which are characterized by a complete dissolution of line. And finally Hildebrandt’s Weltreise cycles or outstanding works by van Gogh, Redon and Signac, show international aspects of drawing and their development into autonomous forms of art.