Ausstellungskataloge

208 Seiten mit 138 farbigen und 5 schwarzweiß Abbildungen, 21 x 27 cm, Hardcover
ISBN: 978-3-422-07317-3
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Beate Reese (Hrsg.)

Befreite Moderne

Kunst in Deutschland 1945 bis 1949

Katalog zur Ausstellung im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr vom 27. September 2015 bis 10. Januar 2016 

Mit Beiträgen von Beate Reese, Dirk Steimann und Barbara Wucherer-Staar.

Ergänzt um Künstlertexte aus dem Ausstellungszeitraum 1945 bis 1949, zeitgenössische Texte zur Kunst (von Max Planck oder Will Grohmann) und Künstlerbiographien

Die Jahre unmittelbar nach 1945 bis zur Gründung von BRD und DDR waren eine Zeit des Übergangs für das gesellschaftliche Leben, die Politik, aber auch für die Kunst. In Ablösung vom nationalsozialistischen Regime formte sich langsam eine neue Ordnung aus. Die Künstlerin Alex Lex-Nerlinger fasste die Stimmung dieser Phase in folgende Worte: »Wir stehen zwischen zwei Epochen, einer alten, die noch nicht sterben will, und einer jungen demokratischen, deren Werden sich schon vielfach ankündigt.« Siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges widmen sich nun Ausstellung und Katalog »Befreite Moderne« einem Kapitel der modernen Kunst, das es noch zu entdecken gilt. Waren etwa Willi Baumeister und Fritz Winter bereits vor 1933 im Netzwerk der Moderne aus Galeristen, Kritikern, Museen und Medien verankert, traten nach dem Ende der Diktatur Künstler wie Werner Gilles in die Öffentlichkeit, die zur sogenannten Zweiten Generation gehörten. Sie suchten das Erbe ihrer Vorläufer zu beleben und fortzuführen: durch eine bemerkenswerte Experimentierfreude und ein einvernehmliches Nebeneinander von gegenständlichen und surrealen Tendenzen sowie verschiedenen Spielarten der Abstraktion.

English

The years immediately following 1945, until the founding of the FRG and the GDR, were a time of transition for social life and politics in Germany, but also for art. A new order slowly developed to replace the National Socialist regime. The artist Alex Lex-Nerlinger described the atmosphere of this phase in the following words: “We stand between two epochs, an old one, which doesn’t want to die, and a young democratic one, whose coming into being has already repeatedly heralded itself.” Seventy years after the end of the World War II, the exhibition and catalogue Befreite Moderne dedicates itself to a chapter of Modern Art that is still worthy of discovery.


If, before 1933, Willi Baumeister and Fritz Winter, for instance, were already established in the network of Modernism made up of gallerists, critics, museums and the media, artists like Werner Gilles, who
belonged to what is known as the second generation, came to public attention at the end of the dictatorship. They sought to continue and reanimate the legacy of their predecessors through a remarkable joy in experimentation and a consensual coexistence of objective and Surrealistic tendencies, as well as different variations of abstraction.